Krieg der Mamis

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Alyssa
Ich bin Alyssa. Geborene Augsburgerin, zuhause in der Welt. Seit 2018 bin ich Mama eines kleinen wilden Mädchens. Ich bin ein Market(i)eer aus Leidenschaft mit einem großen Faible für alles Digitale, Interior, Mode und die Natur. Ich erfreue mich an den kleinen Dingen des Lebens, bin Vollblut-Optimistin und verfüge dank exzessiven Kaffeekonsums über unerschöpfliche Energiereserven.

Warum machen wir Mamas uns eigentlich das Leben schwer anstatt uns gegenseitig den Rücken zu stärken?

Neulich selbst erlebt…und zwar an einem Ort an dem wir uns eigentlich an unseren Minis erfreuen sollten: bei der Babygymnastik.

Folgendes Szenario: Mama 1 und Mama 2 unterhalten sich angeregt über die neuesten Entwicklungsschübe von Jeremy-Pascal und Sören Knirpse, als Mama 3 ihre Thermoskanne herausholt, um ihrer kleinen Maus ein Fläschchen zuzubereiten. Plötzlich Stille.

Daraufhin Mutter 1 zu Mutter 3: „Wie du stillst nicht? Du weißt schon, dass das das Beste für unsere Babys ist?“

Mutter 3 sichtlich getroffen von dieser Ansage, versucht sich zu erklären: „ Ich wollte ja stillen, aber es hat leider überhaupt nicht sein sollen. Ich habe sogar versucht abzupumpen und ihr die Muttermilch aus der Flasche zu geben.Davon ist sie aber überhaupt nicht satt geworden.“

Mal am Rande – warum rechtfertigt sie sich überhaupt? Es wird einem doch wohl noch selbst überlassen sein, ob und wie und wo man stillt oder eben nicht.

Irgendwie bekommen wir doch ständig vermittelt, schlechte Mutter zu sein und das nicht nur von Personen, die keine Kinder haben (übrigens die schlimmste Sorte), von Verwandten und Omas, die es uns „nur gut meinen“, nein jetzt auch noch von anderen Mamas.

So wirst du ganz schnell als schlechte Mama abgestempelt, wenn du nicht die beste Bio-Baumwolle kaufst oder stillst oder nicht stillst, das Kind im Elternbett schläft oder zu früh im eigenen Bett.

Rabenmutter ist man auch, wenn man nach Plan impft oder eben zu wenig impft und den allgemeinen Impfschutz gefährdet.

Als Glucke, wenn man sein Kind überall mit hinnimmt, oder mit einer hochgezogenen Augenbraue gestraft, wenn man es eben nicht macht.

Dann setzen die lieben Mamis sich zudem noch unter Druck, in dem sie sich gegenseitig hochschaukeln, was ihre Minis alles können oder eben nicht können und wie fatal dies für die weitere Entwicklung ist. Jedes Kind entwickelt sich ganz einfach im eigenen Tempo. Der eine läuft mit einem Jahr der andere nicht …na und?

Weiteres großes Thema, was scheinbar alle Mamis beschäftigt: das Thema Beikost.

Wann ist der richtige Zeitpunkt anzufangen? Gläschen oder selber kochen? Gehen im Gläschen nicht wichtige Nährstoffe verloren? Sollte man den Minis freie Hand bei der Nahrungsaufnahme lassen oder nicht?

Jeder hat hierüber eine andere Meinung, jeder glaubt seine Meinung ist die einzig richtige, jeder verurteilt die anderen Mamis, die es anders machen.

Das Thema soziale Medien ist auch ein heiß diskutiertes Pflaster. Baby posten oder nicht. Wie stelle ich mein Kind auf Instagram, Facebook und Co. dar?

Ach ja und schon beim Thema Geburt muss man sich unter anderem doof anmachen lassen:

Wie du hattest eine PDA? Nein, du hattest einen geplanten Kaiserschnitt? Du weißt schon, dass das nicht gut für die Kinder ist, wenn sie es nicht alleine in die Welt schaffen?

Eine weitere große Sache ist das Thema Elternzeit und Wiedereinstieg ins Berufsleben: Bleibt man weniger als zwei Jahre zuhause, gilt man als karrieregeil, bleibt man zuhause, opfert man sich zu sehr  für die Minis auf.

Man kann es einfach niemandem recht machen und manchmal sich selbst nicht. Aber mal ehrlich, muss man das denn überhaupt?

Man muss einfach mit sich im Reinen sein, hinter der eigenen Meinung stehen.

Wieso kümmert uns allzu oft so sehr die Meinung anderer? Und wieso machen wir Mamis uns es gegenseitig so schwer?

Lasst uns doch gegenseitig den Rücken stärken.

Vielleicht liegt es in unserem Naturell.

Ich meine wir Frauen kommunizieren viel und gerne und tragen ganz oft unser Herz auf der Zunge. Da kommt eben auch Kritik schnell über die Lippen. Lasst uns doch bitte im Umgang miteinander ein wenig empathischer sein. Vor allem in einem so sensiblen Thema wie dem Mutter sein. Kritik ist hier oft unangebracht und trifft uns oft da wo’s richtig weh tut – nämlich Mitten im Herz.

Das soll nicht heißen, dass wir keine Kritik mehr äußern dürfen, es soll vielmehr ein Appell an das „WIE“ sein. Manchmal lassen sich Dinge netter formulieren. Manchmal sollte man hinterfragen, warum etwas so ist oder so gemacht wird, bevor man drauf los kritisiert. Manchmal steckt eine Geschichte dahinter, vielleicht sind die Mamis mit ihrer Entscheidung selbst nicht so glücklich und es geht leider nicht anders.

Ich- als Neu-Mama versuche mit allem ganz locker umzugehen, mir und meiner kleinen keinen Druck zu machen.

Ich höre mir gern die Meinung anderer an, solange sie sachlich ist und entscheide dann aus dem Bauch heraus, ob das für mich der richtige Weg ist.

Fakt ist: Wir Mamas wollen alle vor allem eins: Das Beste für unsere Minis. Wir sind alle Menschen, haben unsere Fehler und Makel aber wir tun alles Erdenkliche, damit aus unseren Kindern gute Menschen werden und sie eine schöne Kindheit haben.

Wir machen einen guten Job und zwar ALLE!  

Jede Mami macht es so gut sie kann, jede Mama hat andere Prioritäten und Ansichten, jedes Kind ist anders und ebenso anders kann und darf unsere Erziehung sein.

Wir sollten mehr zusammenstehen. Das Mama Sein ist schon aufregend und nervenaufreibend genug. Wir sollten nicht auch noch ständig das Gefühl haben bewertet zu werden. Wir müssen so viel schaffen, Kindererziehung, Haushalt, Kochen, Beruf, eine harmonische Beziehung mit unseren Männern, da können wir nicht auch noch die bissigen Kommentare anderer Muttis gebrauchen.

Wie seht Ihr das? Habt Ihr auch ähnliche Erfahrungen schon gemacht? Teilt doch eure Erfahrungen mit uns!

Photo by Jens Johnsson on Unsplash#


Photo by 
Kendyle Nelsen on Unsplash

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