Heute kommt hier keiner raus!

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Jessi
Ich bin Jessi. Geborene Rheinländerin, im Herzen Allgäuerin und verliebte Augsburgerin. Früher war ich Langschläferin, jetzt bin ich verheiratet und stolze Mama von zwei tollen Jungs. Ich mag gutes Essen, Sushi ganz besonders. Und ich hab ein Faible für Einrichtung und andere schöne Dinge. Ich liebe die Fotografie, Dekogeschäfte und ich mag Selbstgemachtes – wirklich!

Also manchmal glaubt man ja echt, man ist im falschen Film! Heute ist Donnerstag – in zwei Tagen ist mein errechnete Entbindungstermin. Da schaut man schon mal doof, wenn man morgens nicht mehr aus der Bude kommt. Mir wird ganz warm. Was, wenn es heute Nacht los gegangen wäre?!

Mein Mann wollte unseren Sohn heute Früh wie immer in den Kindergarten bringen. Wie immer habe ich die beiden zur Türe begleitet, um mich von ihnen zu verabschieden und ihnen einen schönen Tag zu wünschen. Und wie immer haben wir die Türe am Vorabend abgeschlossen. Das einzige was heute neu ist: die Wohnungstüre geht nicht mehr auf! Der Schlüssel bewegt sich nicht. Keinen Millimeter. 

Kann ja nicht sein – dachte ich. Ging ja gestern noch. Da haben wir erstmal unseren lieben Nachbarn gebeten, sein (oder unser?!) Glück mal von außen an der Türe zu versuchen. Leider ohne Erfolg.

Naja, so wird das nichts. Dann halt doch der Schlüsseldienst. Der freundliche Mitarbeiter im Schlüsseldienst um die Ecke erklärte mir am Telefon relativ bestimmt, dass es jetzt erstmal 1,5 Stunden dauern wird, bis jemand kommen kann, um als nächster sein Glück an unserer Türe zu versuchen. Da habe ich dem guten Mann erst mal kurz erklärt, dass ich hoch schwanger bin und mir hier jederzeit die Fruchtblase platzen kann und ich dann von der Feuerwehr mit einer Leiter aus dem ersten Stock geborgen werden muss und dass das dann bestimmten der Zeitung steht. Das hat ihm leider überhaupt nicht imponiert. 90 Minuten Wartezeit – auch für Schwangere.

Da saßen wir dann: unser Sohn mit dem Fuchsrucksack auf dem Rücken (er bestand drauf, mit Rucksack zu warten), mein Mann im Anzug und ich reif für die Dusche im hübschen – inzwischen bauchfreien – Schlafanzug. Und so saßen wir dann die nächsten 1,5 Stunden da, bis der nette Herr vom Schlüsseldienst kam um uns zu befreien.

Übrigens: der Herr vom Schlüsseldienst ist in einer waghalsigen Aktion mit Hilfe unseres Hausmeisters von außen in unsere Wohnung in der ersten Etage geklettert und hat uns so richtig viel Kohle gespart. Dankeschön nochmal an dieser Stelle!

Meine Freundin hatte die Wahnsinns-Idee unseren Kleinen nach dem Schlüsseldienst – Otto – zu benennen. Ich hatte zum Glück noch ein paar andere Ideen für Jungennamen.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass mir die Fruchtblase nicht in dieser Nacht geplatzt ist und ich um den Artikel in der Zeitung drum rum gekommen bin.

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